Sonntag, 15. November 2015

Traumtänzer aufgewacht

Spätestens seit Paris muss Schluss sein mit Sozialromantik und Moralimperialismaus. Schluss sein damit, die Welt so zu erklären, wie sie sein sollte und nicht so, wie sie tatsächlich ist. Schluss sein damit, unter der Berliner Käseglocke Praxiserfahrungen solange zurechtzubiegen, bis sie zu dem angestrebten Ideologiegebäude passt. Real- und Interessenpolitik, statt Wertepolitik, ist mehr denn je gefragt.
Nach den Anschlägen von Paris war zu erwarten, wie sich Politik und Medien beeilten, die gleichen inhaltslosen und wie aus Textbausteinen zusammen gezimmert wirkenden Sprechblasen abzusondern. 
- Die Anschläge auf die Freiheit trifft uns alle 
- Es gibt keine absolute Sicherheit in Freiheit 
- Die Flüchtlinge nicht unter Generalverdacht stellen
- Die Instrumentalisierung der Anschläge durch Rechte sei besorgniserregend
Das haben wir nach jedem Terroranschlag in Europa nach dem 9/11 gehört. Nur geändert hat sich nichts. 

Die ständige Warnung vor einer diffus empfundenen Angst der Deutschen ist eine Beleidigung der kritischen und aufgeklärten Öffentlichkeit. Das stempelt sie als nicht ernst zu nehmend ab, die man an der Hand führen müsse. Tatsächlich ist sie besorgt. Sie macht sich Sorgen über eine zu beobachtende und durch Fakten untermauerte Entwicklung. 
Es wird Zeit, dass jemand mal die Kanzlerin und auch den Bundespräsidenten an ihre Amtseid-Pflichten erinnert, für das Wohl des deutschen Volkes zu wirken, also der Bürger, die den Staat tragen und finanzieren. 
Wo ist die Entscheidung darüber, in Rekordzeit die Bevölkerungsstruktur in vielfacher Hinsicht zu verändern? Der Deutsche Bundestag hat sie jedenfalls nicht getroffen. Er hat darüber nicht einmal debattiert. Wieso rufen ihn jene nicht an, die sonst jedes Verwaltungsdetail auf die Tagesordnung setzen? Er hat generell als Ort der politischen Debatte abgedankt. Talk Shows sind kein Ort der Demokratie, sondern der Propaganda

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