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Mittwoch, 11. November 2020

Der Staat allein kann uns nicht retten

Neuer Lockdown für vier Wochen

Der Staat allein kann uns nicht retten (Cicero)

ALEXANDER MARGUIER am 28. Oktober 2020

Jetzt werden also wieder „die Zügel angezogen“, um Corona an der Verbreitung zu hindern. Doch auch ein neuer Lockdown wird nichts helfen: Entweder die Gesellschaft unterwirft sich einem zweifelhaften Gesundheitsregime. Oder wir lernen endlich, mit Risiken umzugehen und unserer Verantwortung für andere und uns selbst gerecht zu werden.

Wer weiß schon, ob die nun beschlossenen Maß-nahmen greifen – und wenn ja, ob sich das Szenario nicht schon bald wiederholen könnte. Gesellschaft und Wirtschaft im Zustand völliger Unsicherheit, völliger Unberechenbarkeit und offensichtlicher Planlosigkeit: Das hält kein Gemeinwesen auf Dauer aus.

Man kann ein Land nicht immer wieder hoch- und runterfahren in der Hoffnung, dem letztlich nur diffus zu bestimmenden „Infektionsgeschehen“ irgendwann Herr zu werden. Wenn Parlamentarier wie Karl Lauterbach ernsthaft vorschlagen, der Staat dürfe wegen Corona zu Kontrollzwecken in Privatwohnungen eindringen, ist das Maß des Erträglichen endgültig überschritten.

Das heute vereinbarte Maßnahmenpaket wirkt wie blinder, panikartiger Aktionismus. Denn warum, um nur ein Beispiel zu nennen, trifft es eigentlich ausgerechnet die Gastronomie wieder mit voller Härte, wo doch die Statistiken zeigen, dass gerade von dort keine wirkliche Gefahr ausgeht? Da wird also erkennbar Symbolpolitik betrieben, es werden Zeichen gesetzt, damit auch der letzte Bürger, die letzte Bürgerin dieses Landes den Ernst der Lage endlich begreifen. Der Staat nimmt sich in seiner Rolle des strengen Erziehers eben das Recht heraus, auch daneben zuhauen und den falschen zu treffen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat gemeinsam mit den beiden Virologen Hendrik Streeck und Jonas Schmidt-Chanasit noch an diesem Mittwochvormittag ein Gegenmodell zum Lockdown-Bingo vorgelegt. Dessen Kernaussage: Das Corona-Virus wird uns in jedem Fall die nächsten Jahre begleiten, ob mit oder ohne Impfstoff. „Deshalb müssen wir viel stärker darüber sprechen, wie das Zusammenleben trotz des Virus in größtmöglicher Freiheit stattfinden kann“

>>> Artikel

Sonntag, 1. November 2020

Zuverlässigkeit von Corona-Tests

 Fußball: Alle Tests offenbar "falsch-positiv"

Wer untersucht endlich mal  die Zuverlässigkeit von Corona-Tests?

Ich habe schon einmal über falsch negative und falsch positive PCR-Tests geschrieben. Angeblich eine zu vernachläsigende Größe. Die neuesten Entwicklungen müssten doch aufhorchen lassen. In der letzten Woche wurden 12 Fußballspieler aus der 1.-3. Liga, an der Spitze der Nationalspieler Serge Gnaby vom FC Bayern München, zunächst positiv getestet und in Quarantäne geschickt, um kurz darauf alle wieder als "falsch positiv" aus der Quarantäne entlassen zu werden. Ja, das waren "prominente" Fußballer, um die man sich kümmert. Aber wie viele "Normalos" sind bundesweit als "Falsch-Positive" in Quarantäne?

Das passt dazu: 58 von 60 Tests falsch positiv

Chef der Bundesärztekammer muss auf Druck widerrufen

 Chef der Bundesärztekammer muss auf Druck widerrufen

Der Chef der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, musste heute auf Druck von Funktionären, Politikern und Medien seine Aussage bei Lanz zur Wirkung von Alltagsmasken widerrufen.

Die Bundesärztekammer nahm wie folgt dazu Stellung:

"Für Menschen mit erhöhtem Risiko kann das Tragen einer FFP2-Schutzmaske sehr sinnvoll sein. Wir plädieren deshalb dafür, Risikopatienten FFP2-Masken zur Verfügung zu stellen.

Für alle anderen Menschen gilt, dass in allen Situationen, in denen kein ausreichender Abstand gewahrt werden kann, zum Beispiel in geschlossenen Räumen oder im Öffentlichen Nahverkehr, das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes sinnvoll ist. Dieser ist zwar kein sicherer Schutz vor einer eigenen Infektion, hilft aber, durch eine mechanische Reduktion der Aerosol-Verbreitung andere zu schützen".  (Von Alltagsmasken im Freien ist da immer noch nicht die Rede.)

Mal sehen, wie lange der nächste Mediziner durchhält.

Da der Corona-Inzidenzwert 50 und die Maskenpflicht im Freien umstritten sind, hat der WDR in seiner "Lokalzeit" am Montagabend,19.10.2020, den Mindener Lungenfacharzt und Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene am Klinikum in Minden, Dr. Peter Witte, dazu befragt.

>>> Dr. Peter Witte zu den aktuellen Corona-Maßnahmen

Falls es Ihnen nicht möglich sein sollte, das Video abzuspielen, hier seine Aussagen zur Maskenpflicht im Freien

Frage: "Was halten Sie von der Maskenpflicht in der Fußgängerzone?"

Witte: "Relativ wenig. Es gibt dafür eigentlich keinen guten wissenschaftlichen Beleg, dass das ein Übertragungsweg ist. Das RKI hat die Übertragungswege aufgezeigt. Das war am Abeitsplatz und in der Familie und man hat ganz klar gesehen: Die 15 Minuten Face to Face Kontakte, das ist das, was wirklich ein Risiko ist. Und es ist schwer vorstellbar, dass jemand im Vorbeigehen, in einer Fußgängerzone, auch bei einer Rate von 50 bis 100 je 100.000 - da ist ja nur jeder Zweitausendste ansteckend - dass man sich da ansteckt, ist kaum vorstellbar".

Frage: "Aber was ist, wenn ich stehen bleibe und mir die Schaufensterauslage anschaue"?

Witte: "Dann schauen Sie sich die Schaufensterauslage an. Aber schauen Sie dabei jemanden ins Gesicht und sprechen mit dem 15 Minuten? Dann ist das ein Problem. Wir müssen uns auf die Dinge fokussieren, die wichtig sind. Wo wir eine Übertragung haben und sollten es nicht zu weit ausdehnen, weil auch die Akzeptanz dann rasch sinkt, und wirklich die wichtigen Dinge im Auge behalten".

Und noch ein Mediziner dazu:

„Maske auf, Augen zu und durch“? Oder was ist die richtige Strategie für den Winter?

Prof. Dr. Ulrich Mansmann ist Direktor des Instituts für medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBM) an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) im Interview (Auszug):

"Ich glaube, dass sich allen praktischen Überlegungen gegen die Maske auch praktische Überlegungen entgegenstellen lassen, die für die Wirksamkeit der Maske sprechen. Und es scheint so zu sein, dass die schlechten Praktiken nicht schlecht genug sind, um das Prinzip an sich infrage zu stellen. Ich bin gegen das Tragen einer Maske im Freien, benutze sie aber im Umgang mit anderen in geschlossenen Räumen". (Überzeugung von etwas klingt anders)

Verschärfte Maskenpflicht im Freien

Verschärfte Maskenpflicht im Freien?

Das Maskentragen wird als das Allheilmittel gegen Neuinfektionen gefeiert und die besorgten Bürger tragen inzwischen die Masken monstranzartig auch im Freien, um zu zeigen, wie folgsam sie sind.

Masken müssten der Masken wegen getragen werden und die Maskenpflicht dient inzwischen weniger der Infektionsvermeidung als der Disziplinierung der Bevölkerung (Stefan Aust, Herausgeber der "Welt"). Die Diskussion darüber sei inzwischen polemisch aufgeladen (Chef der Bundesärztekammer bei Lanz) und sie ist inzwischen ein brachial (Merkel) durchzusetzendes politisches Symbol für das Vorhandensein einer "Gefahr" durch Corona, weil sie alleinig geeignet sei, das Virus für jedermann öffentlich "erkennbar" zu machen, da bisher die Allermeisten nur über die Medien mit dem Covid-19-Virus in Berührung gekommen sind. Und für Söder ist die Maske ein Instrument der Freiheit.

Am 14.10.2020 hat man sich auf Regierungsebene auf eine ergänzende Maskenpflicht im Freien geeinigt, die laut ZDF „spätestens“ ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überall dort gelten soll, wo Menschen dichter/länger zusammenkommen (auch im Freien). Ab 50/100.000 soll eine erweiterte Pflicht gelten.

Aber wie effektiv verhindert eine im Freien getragene normale Alltagsmaske tatsächlich das Infektionsgeschehen? Neben Prof. Streeck bezweifelt auch der Chef der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, bei Lanz die Wirksamkeit von Alltagsmasken im Freien an. Im Grunde würde es reichen, immer dann, wenn man im Freien mit anderen über längere Zeit ohne Abstand zusammenkommt und laut miteinander redet, eine Alltagsmaske zu tragen. Beim flüchtigen  Begegnungsverkehr auf Straßen und Plätzen sei das nicht nötig.

Prof. Streeck dazu:

„Also solche Erkenntnisse, dass eine Maskenpflicht im Freien so eine starke Reduktion (Anm.: der Infektionen) gebracht haben soll, habe ich nicht gesehen. Das sind Modellierungsstudien, die das als Faktum mit reinrechnen, aber das ist noch sehr weit weg vom eigentlichen Leben. Im Grunde gibt es keine Studie, die ich kenne, die tatsächlich bewiesen hat, dass eine Maskenpflicht im Freien zu so einer starken Reduktion im Freien geführt hat. Wenn man im Freien ist, ist eine Maskenpflicht nicht effektiv“.

Drosten zur Wirksamkeit von Masken

Anhörung des Gesundheitsausschusses am 09.09.2020:

Drosten zur Wirksamkeit von Masken

"Und es gibt einen anderen Punkt, den man nicht von der Hand weisen kann. Wir wissen nicht, ob nicht die Verwendung von Alltagsmasken in großer Verbreitungsweite, ob dass nicht dazu führt, dass im Durchschnitt die erhaltene Virusdosis in einer Infektion geringer ist und dass im Durchschnitt des Krankheitsverlauf auch weniger schädlich sein könnte, aber das ist eine reine Spekulation. Dazu gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Und es gibt umgekehrt eben Länder, in denen man sagen kann, es wurde von Anfang an durchgängig Maske getragen, dazu gehören sehrviele asiatische Länder und trotzdem ist es zu gro0en Ausbrüchen gekommen".

Aussage Drostens im Video ab Minute 08:15