Mittwoch, 24. Juni 2020

4.500 Corona-Tote

4.500 Corona Tote

Ich habe auch ohne Studie schon am 14.05.2020 drauf hingewiesen und nannte es einen Skandal, dass die Bundesregierung, die vorgab, wegen des Schutzes von Menschenleben die gesamte Bevölkerung einsperren zu müssen, wobei diese noch immer auf unverhältnismäßige Art und Weise beschränkt wird, keine erkennbaren Anstrengungen unternahm, gefährdete Pflegebedürftige durch geeignete Maßnahmen besonders zu schützen und das Pflegepersonal mit vernünftigem Schutzmaterial auszustatten.


11.06.2020

Pflegeforscher der Universität Bremen haben erstmals bundesweit die Situation in Pflegeeinrichtungen und -diensten während der Corona-Pandemie analysiert. Die Hälfte aller Covid-19-bedingten Todesfälle sei in Pflegeheimen gezählt worden, obwohl nur ein Prozent der Bevölkerung in einer solchen Wohnform lebe, teilte die Universität am Mittwoch mit. „Die Sterblichkeit unter Pflegebedürftigen ist somit mehr als fünfzig Mal so hoch wie im Rest der Bevölkerung“, sagte der Pflegeforscher Heinz Rothgang, der an der Studie mitwirkte.

Die Wissenschaftler hätten für ihre Untersuchung bundesweit 824 Pflegeheime, 701 Pflegedienste und 96 teilstationäre Einrichtungen befragt. Der Patientenschützer Eugen Brysch begrüßte die Studie und warf der Politik vor, die Pflege in der Pandemie nicht ausreichend zu beachten.

Laut der Leiterin der Studie, Karin Wolf-Ostermann, sind die pflegebedürftigen Menschen mit ihrem erhöhten Infektionsrisiko auch eine Gefahr für das Pflegepersonal. Bei vielen pflegerischen Handlungen sei ein vollständiger Schutz nicht möglich. Dennoch könne das Übertragungsrisiko eingedämmt werden, wenn schnelle Testergebnisse potenzielle Infektionsherde rasch aufdeckten und ausreichende Schutzmaterialien vorhanden seien. Dass dies funktioniere zeige die Tatsache, dass es in mehr als der Hälfte der Einrichtungen mit infizierten Mitarbeitenden keine erkrankten Klienten oder Bewohner gebe.

Zwar habe sich die Versorgung mit Schutzmaterialien seit Beginn der Pandemie deutlich verbessert, dennoch klage immer noch jeder vierte Pflegedienst und jede sechste stationäre Einrichtung über Engpässe, hieß es. Zudem seien Tests teilweise noch schwer zugänglich. „Die Übermittlung der Ergebnisse erfolgt erst nach drei bis vier Tagen – zu spät, um ihr Potenzial als Teil eines wirkungsvollen Schutzkonzeptes voll zu entfalten“, sagte Wolf-Ostermann. Erforderlich seien daher regelmäßige Reihentests, deren Ergebnisse schneller zur Verfügung stünden.

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