Dienstag, 1. November 2016

Die ängstliche Mitte ?

Der Politikwissenschaftler Prof. Korte, ja der,  der im „Stern“ und im TV versucht zu erklären, wie ängstlich die Wähler ticken, die AfD wählen, hat einen Gastbeitrag in der FAZ veröffentlicht. Nachdem  ich den gelesen habe, weiß ich, dass ich mich zur „Angst-Mitte“ zählen muss. Seit dem weiß ich auch, dass der Mann Unsinn redet, wenn er denen, die rational anpacken und gestalten und in Deutschland den Karren ziehen, Ängstlichkeit unterstellt.
Wer sind denn für Korte die, die Angst vor TTIP, CETA, Atomstrom, Klimaverschiebung, Gen-Fleisch, Gen-Pflanzen, Chlor-Hühnchen, Kfz- Verkehr usw. haben? Gehören die zur „Angst-Linken“? Und die, die aus Angst um ihre Wiederwahl  vor notwendigen politischen Entscheidungen zurückschrecken, zu „Angst-Politikern“?
Menschen, die sich reale Sorgen um die Zukunft machen, sind doch keine „zukunftsängstliche Empörungsbewegung“ wie Korte sie  nennt. Sie wollen lediglich von ihren gewählten Repräsentanten konkrete, faktenbasierte Antworten und konzeptionelle Lösungsansätze haben.
Wenn die ehemaligen Volksparteien den Mut hätten, klar und verständlich und ohne „Sprechblasen- rhetorik“ oder in nichtssagender Kurzform nach dem Motto „Wir schaffen das“ Antworten mit Lösungsperspektiven zu  formulieren, bräuchte es keine Alternative zu deren Politik.     
Und mit dem Verweis auf Rechts wird Kritik – die Voraussetzung von Demokratie – diskreditiert. Es ist aber noch lange nicht jeder ein fremdenfeindlicher Nationalist, der die Wechselwirkungen zwischen Islam und Islamismus und die Folgen islamischer Einwanderung auf die offene Gesellschaft thematisiert haben möchte. Es zählt auch nicht jeder zur Lügenpresse-Fraktion, der dem Konformismus der Leitmedien nichts abgewinnen kann. Schon die Verwendung des Ausdrucks „Mainstream“ gilt ja inzwischen als anrüchig, wie Wolfgang Herles treffend feststellt.

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